Polar Group in Hofheim: Zuversicht unter dem Schutzschirm

Die Hofheimer Polar Group ist zuversichtlich, die drei Unternehmen der Gruppe unter dem Schutzschirm zu sanieren. Die ersten Gespräche über die Fortführung des Maschinenbauers mit Kunden, Lieferanten und den 380 Mitarbeitenden verliefen ermutigend. Zunächst sollen der Geschäftsbetrieb stabilisiert und das weitere Vorgehen eng mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Die Gruppe ist Weltmarktführer für Schneidemaschinen in der Druckweiterverarbeitung und für Verpackungsmaschinen für Tiefkühlpizzen. Im Prozess vom Druckbogen bis zur Verpackung bietet die Polar Group intelligente und automatisierte Gesamtlösungen.

Druckerei Graf AG investiert in Speedmaster CX 75

Die Druckerei Graf AG in Murten geht konsequent den Weg der Prozessintegration. Sie setzt dazu auf die Prinect-Technologie der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg). Einen Höhepunkt hat das Unternehmen mit der Investition in eine Speedmaster CX 75 erreicht.Im vergangenen Juli hat die Druckerei Graf AG eine Speedmaster CX 75-4+L in Betrieb genommen. Die Vierfarbenbogenoffsetmaschine mit Lackierwerk ersetzt eine Speedmaster SM 74-5+L aus dem Jahr 2010.In allen konstruktiven Merkmalen ist die Speedmaster CX 75 an die Speedmaster XL 75 angelehnt: Sowohl das Farb-/Feuchtwerk wie auch die Geometrie und Grösse der Gegendruckzylinder sind mit dem Peak-Performance-Modell identisch. Dank eines schlanken Bogenlaufs deckt die Maschine ein Spektrum vom 0,03 Millimeter dünnen Leichtpapier bis zum 0,6 Millimeter starken Karton ab. Trotz ihrer sehr kompakten Bauweise bietet die Maschine viel Raum zwischen den Druckwerken.Push to Stop ist Produktivitäts-BoosterDie neue Bogenoffsetmaschine ist komplett für den Push-to-Stop-Betrieb ausgestattet. Dabei bilden die Inline-Mess/-Regeltechnik Prinect Inpress Control und das vollautomatische Plattenwechselsystem Autoplate Pro zwei Schlüsselkomponenten. Der Geschäftsführer David Graf nennt eine Zeitspanne von drei Minuten, die ein Wechsel vom letzten Bogen eines vorgängigen bis zum ersten Gutbogen des nachfolgenden Auftrags beansprucht. Hinzu kommen massive Einsparungen bei der Makulatur. Das System produziere nach weniger als hundert Bogen auf Fortdruckleistung, bestätigt er.Neben Inpress Control und Autoplate Pro leistet das Speedmaster Operating System am Leitstand Prinect Press Center XL 3 einen entscheidenden Beitrag zu den erzielten Spitzenergebnissen. Im Zentrum steht Intellistart. Die Assistenzsoftware analysiert die aufeinanderfolgenden Aufträge, wie sie in der Job Queue gelistet sind, und aktiviert bei einem Druckformenwechsel automatisch jene Rüstsequenzen, die jeweils notwendig sind. Bei den Voreinstellungen greift die Systemsteuerung auf über zwanzig Informationseinheiten zurück, die Prinect an den Leitstand übermittelt. Dazu zählen neben den Preset-Daten für die Farbzonen und den Duktorhub auch die Angaben zum Kunden und zum Auftrag, die bedruckstoffspezifischen Farbvoreinstellkennlinien, das Bogenformat und die Bedruckstoffstärke, die Position der Seitenmarke oder die Höhe der Auflage mit Zuschuss.Auf allen Stufen Technik von HeidelbergMit der Investition in die Speedmaster CX 75 erreicht die Druckerei Graf AG einen Höhepunkt auf dem Weg zur vollen Prozessintegration. Bei Standarddrucksachen wird die Ausgabe automatisch, von Prinect gesteuert, ausgelöst, sobald ein Kunde einen Auftrag im Portal freigegeben hat. Die Grundlage bilden Prinect Business für die Kalkulation und technische Auftragsvorbereitung auf der einen und Prinect Production für die gesamte Produktionssteuerung auf der anderen Seite. Aufgrund sogenannter Smart Templates erstellt das System eine komplette Auftragsbeschreibung. Sie enthält alle Informationen, die für eine automatische Produktion und die selbstständige Wahl des geeigneten Ausgabekanals (Plattenbelichtung oder Digitaldruck) benötigt werden.Aktuell produziert die Druckerei Graf AG auf allen Stufen mit Technik von HEIDELBERG. Die Platten werden auf einem Suprasetter A 75 DTL bebildert, im Drucksaal produziert neben der Speedmaster CX 75 eine umstellbare Speedmaster SX 52-4-P. In die Prinect-Technologie ist eine Versafire CP integriert. Ein einheitliches, für den Offset- und den Digitaldruck gültiges Color-Management und Rendering sichert in beiden Druckverfahren ein Höchstmass an farblicher Übereinstimmung. Seit diesem Frühjahr arbeitet die Druckerei Graf AG zudem auf einem neuen Schnellschneider von Polar. Über Polar Compucut werden die Schneidprogramme vollautomatisch berechnet.

«Packt an!»

Fast jährlich in der Sommerzeit heisst es wieder: «Packt an!» Auch dieses Jahr durften wir die Tradition fortführen. Pünktlich um 16.30 Uhr wurde unser Gäutschling Dzani Sadic nach einer kleinen Verfolgungsjagd quer durch den Drucksaal gepackt. Unter Trommelwirbel schritt die Kromer-Parade zum Taufbecken, wo Dzani mit einem Bad im kalten Wasser in die Zunft der Schwarzkünstler aufgenommen wurde. Wir gratulieren dem Täufling ganz herzlich und wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.

«Fresh Thinking» bei der Canon (Schweiz) AG

Ende August lud die Canon (Schweiz) AG zu einer dreitägigen Kundenveranstaltung nach Wallisellen in ihr Demozentrum ein. «Fresh Thinking» lautete das Motto. Rund siebzig Gäste konnte Canon begrüssen. Michel Kläy von der Rubmedia AG und Roman Nussbaumer von der Printmedien Ennetsee AG schilderten, wie sie mit Canon-Produktionstechnik neue Geschäftsmodelle umgesetzt haben.Im Segment Production Printing präsentierte Canon Schweiz die neue Tonermaschine imagePRESS V1000. Canon führte das DIN A3-System auf der Make it ’22 im April in Poing am Markt ein (siehe unseren Beitrag in der Ausgabe 4-2022 auf Seite 26). Jetzt feierte die Maschine in der Schweiz ihre Premiere.Ein zweiter Schwerpunkt war das LFP-Segment (Large Format Printing) . Hier richtete sich ein besonderes Augenmerk auf den Colorado 1650: neu bebildert das System Motive mit Matt-Glanz-Effekt in einem Durchgang. Gearbeitet wird ausschliesslich mit den Prozessfarbtönen CMYK. Ein Nachrüsten bestehender Maschinen mit der Matt-Glanz-Option ist möglich.Mit zwei Modellen der imagePROGRAF-Serie (GP-4000, GP-2000) führte Canon im September 2021 ein LFP-System ein, das mit elf Farbtönen (Tinten auf Wasserbasis) arbeitet. Neben CMY, zwei Schwarz und einem Grau sind die übrigen Kanäle mit einem roten, violetten, grünen und einem orangen Farbton sowie einem Neon-Pink belegt. Dank des grossen Farbraums erhielten die Druckermodelle eine sogenannte «Lizenz Pantone Calibrated for Pantone Pastels & Neons». Wie Canon schreibt, decken die elf Farbtöne bis zu 99% des «Pantone Formula Guide Solid Coated» und, abhängig vom Medium, bis zu 97% des «Pantone Pastels & Neons Guide Coated» ab.Ein interessantes Merkmal zeichnet die neuen Arizona-Flachbettdrucksysteme der 2300er-Baureihe aus: mit der sogenannten Flow-Technologie hat Canon das Prinzip des Saugtischs umgekehrt. Die zu bedruckenden Objekte werden anstelle eines Vakuums über Blasluft auf dem Tisch fixiert. Canon nutzt das Phänomen, wonach sich der statische Druck umgekehrt proportional zur Strömungsgeschwindigkeit eines Gases oder einer Flüssigkeit verhält. Nach den Aussagen von Canon erübrigt sich ein Maskieren des Tisches an jenen Stellen, die nicht durch Objekte belegt sind. Das Arizona 2300-Drucksystem kann mit bis zu acht Tintenkanälen (CMYK, Light Cyan, Light Magenta, Lack, Deckweiss) ausgestattet werden.Lesen Sie einen ausführlichen Beitrag zum Thema in der nächsten Ausgabe dieser Zeitschrift.

Rechtskonforme Swiss-QR-Code-­Zahlscheine mit paginaSmart

Rechnungen mit dem sogenannten Swiss-QR-Code sind in der Schweiz künftig obligatorisch. Um sie schnell und rechtskonform zu erstellen, verlässt sich die Buchbinderei Renfer AG in Dübendorf bei Zürich – wie bei allen anderen administrativen Aufgaben – auf das MIS-System paginaSmart. Renfer AG – das steht für eine typische Schweizer Erfolgsgeschichte im Druck- und Medienbereich. 2002 vom Alleininhaber Paul Renfer gegründet, ist der Familienbetrieb heute gleichzeitig Industrie- und Handbuchbinderei. Kunden sind sowohl Industrieunternehmen und Druckereien als auch Privatkunden. Um auch in der Verwaltung bestmöglich aufgestellt zu sein, entschied sich die Renfer AG 2018 für das MIS-Systems paginaSmart. Speziell auf kleine Betriebe im Offset-, Digital- oder Siebdruck, aber auch auf Weiterverarbeitungsbetriebe ausgerichtet, ist die Lösung ein vollumfängliches MIS, allerdings zu einem sehr günstigen Preis. Der Zugriff auf die Zusatzmodule des grosen MIS pagina|net ist ein weiteres Plus. Bei Renfer wird das System heute für die Verwaltung aller Stamm-, Kunden- und Vertragsdaten, für die Kalkulation und die Materialübersicht eingesetzt.Das Rechnungswesen ist zudem inklusive der neuen Swiss-QR-Code-Zahlscheine in paginaSmart enthalten. Renfer: «Das Programm überträgt per Mausklick automatisch alle Rechnungsdaten auf das Dokument und sorgt dafür, dass auf der Nachfolgeseite eine Bilddatei erscheint, die alle Angaben des Zahlungsempfängers oder der Zahlungsempfängerin enthält.» Durch das Scannen des QR-Codes lässt sich die Zahlung online ausführen.Infos auf: www.buchbinderei-renfer.ch

Neuer Service Director bei Canon (Schweiz) AG

Marc-Daniel Loretz übernimmt per sofort die Leitung des Service & Supports bei Canon (Schweiz) AG. Er wird direkt an den CEO, Markus Naegeli, berichten und in seiner neuen Funktion ebenfalls als Mitglied der Geschäftsleitung der Canon (Schweiz) AG agieren.Seine Verantwortung umfasst alle Service- und Supportfunktionen für das B2B-Geschäft mit einer eigenen, schweizweiten Serviceorganisation. Die Service & Support Organisation der Canon (Schweiz) AG stellt einen 24/7-Betrieb der Druckinfrastruktur und Services aller Geschäftskund:innen, Druckdienstleister und ausgewählter Partner:innen sicher.Sein Fokus wird auf der Entwicklung weiterer Serviceinnovationen liegen. Bereits mit Einführung der ersten echten Flatrate für Ge­schäfts­kund:innen in der Schweiz hat Canon für eine grundlegende Vereinfachung der bisher seiten- und formatgetriebenen Service- und Abrechnungsmodelle gesorgt. Ein umfassendes, lokales Recyclingprogramm und Remote-Management Services sind weitere Meilensteine für nachhaltige Servicedienstleistungen von Canon. Marc-Daniel Loretz übernimmt die Position im Rahmen einer geregelten Nachfolge von Andreas Schneider, welcher in die Position des Workspace Service Director bei Canon Europe befördert wurde.Marc-Daniel Loretz ist vor etwas mehr als einem Jahr zum Senior Management von Canon (Schweiz) AG gestossen. Er hatte dabei verschiedene Rollen als lokaler Service Manager verantwortet. Bevor er zu Canon stiess, hatte er verschiedene Positionen im Bereich Operation für ICT Services, Client Delivery und Customer Service Management inne.

Koenig & Bauer mit erstem Halbjahr 2022 zufrieden

Der Koenig & Bauer-Konzern blickt auf ein herausforderndes erstes Halbjahr 2022 zurück. Das aktuelle operative Umfeld zählt zu einem der schwierigsten in der jüngsten Geschichte Europas. Nahezu alle produzierenden Unternehmen stehen im Spannungsfeld zwischen einer hohen Kundennachfrage einerseits und einer langen Liste negativer Einflussfaktoren, hauptsächlich auf der Versorgungsseite, andererseits. «Trotz aller aktuellen Unwägbarkeiten und temporärer Effekte sehen wir uns in mehrfacher Hinsicht gut aufgestellt und richten unser Geschäftsmodell weiterhin strategisch am wachsenden Markt für Verpackungen aus», kommentiert Dr. Andreas Plesske, Vorstandssprecher bei Koenig & Bauer, und ergänzt: «Unser Geschäftsmodell ist durch die temporären Unwägbarkeiten nicht gefährdet. Unsere Endmärkte, die vor allem den Lebensmittel-, Getränke-, Pharma-, und Kosmetikbereich adressieren, sind intakt.»Im ersten Halbjahr 2022 bestellten die Kund:innen rund 13% mehr als im bereits guten Vorjahreszeitraum. Dazu hat insbesondere der Zuwachs der Aufträge im Segment Sheetfed um rund 22% und im Segment Digital & Webfed um rund 46% beigetragen. Mit 692,9 Mio. Euro lag der Auftragseingang somit erneut über dem Branchendurchschnitt für Druckereimaschinen, der für die ersten fünf Monate ein Plus von knapp 5% erreicht. Der Koenig & Bauer-Auftragsbestand weist zum 30. Juni mit rund 1 Mrd. Euro einen der höchsten in der jüngsten Unternehmensgeschichte aus. Die Investitionsentscheidungen der Kund:innen zeigen somit, dass Koenig & Bauer in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet hat und sich die Fokussierung auf das Produkt- und Lösungsangebot vor allem im strukturell wachsenden Markt für Verpackungen auszahlt. Diesen Weg verfolgt Koenig & Bauer konsequent und jetzt auch gemeinsam mit der Celmacch Group S.r.l., einem führenden Hersteller für High Board Line Flexo-Druckmaschinen und Rotationsstanzen für die Wellpappen-Industrie. Koenig & Bauer adressiert den Wellpappenmarkt, der wertmässig den grössten Anteil am Gesamtmarkt für Verpackungen ausmacht, bereits mit der CorruCUT und der CorruFLEX. Künftig firmiert Celmacch unter dem Namen Koenig & Bauer Celmacch, und die gemeinsame Produktfamilie wird unter dem Namen Chroma alle Preis- und Performanceklassen in diesem Marktsegment abdecken. Christoph Müller, Mitglied des Vorstands und zuständig für das Segment Digital & Webfed, kommentiert: «Die Erfolgsgrundlage dieses Zusammenschlusses basiert auf sich ergänzenden Fähigkeiten, um die Wachstumschancen im Wellpappenmarkt aktiv mitzugestalten.»Kontinuität und Unabhängigkeit – zwei Eigenschaften, die sich in der aktuellen Situation sogar doppelt auszahlen, denkt man an die Liste der negativen Einflussfaktoren: geopolitische Unsicherheiten, ein drohender Gas-Lieferstopp und weltweit gestörte Lieferketten. In den vergangenen Monaten hat Koenig & Bauer angesichts der drohenden Gasknappheit intensiv an der Unabhängigkeit von Pipeline-Erdgas gearbeitet. Infolgedessen kann das bisher für die Produktion benötigte Prozessgas ab Ende Juli 2022 vollständig substituiert werden. Zudem wird die Brennstoffversorgung für Heizenergie an den grossen Produktionsstandorten bis Anfang September modifiziert. Als Konsequenz einer eingeschränkten Gasversorgung sind auch unvorhergesehene Schwankungen im Stromnetz nicht auszuschliessen. Auf dieses Szenario ist Koenig & Bauer ebenfalls vorbereitet und sieht mit den getroffenen Massnahmen die eigene Produktion in allen europäischen Werken, auch nach einem etwaigen russischen Gaslieferstopp, weitestgehend abgesichert.

Nachruf Anton Burri

Als achtes von elf Kindern wurde Anton am 28. Juli 1944 in eine Bauernfamilie hineingeboren. Nach der Primarschule in Alterswil sowie der OS in Plaffeien und Freiburg begann Anton die vierjährige Berufslehre als Buchdrucker in der Paulusdruckerei Freiburg.Nach einem Jahr Arbeit als ausgelernter Buchdrucker durfte Anton vom September 1967 bis September 1968 für ein Jahr als Abteilungsleiter und technischer Berater in der Imprimerie Notre Dame in Bangui, Zentralafrika, tätig sein. Zurück in der Heimat, konnte Anton seine Erfahrung in den Aufbau der Offsetabteilung in der Paulusdruckerei einfliessen lassen.1972 bekam Anton noch einmal die Chance, seine beruflichen Erfahrungen im fernen Ausland zu nutzen. Von September 1972 bis September 1974 lebte Anton mit seiner Frau und seinem Sohn nach Martinique, wo er als Leiter der Imprimerie Antillaise St-Paul tätig war.Nach der Rückkehr in die Heimat arbeitete Anton bis zur Pensionierung in der Paulusdruckerei weiter, wo er sich in insgesamt 45 Jahren zum Direktor hochgearbeitet hat. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Anton auch politisch sehr engagiert. Als Gemeindepräsident der Gemeinde Alterswil war er während acht Jahren stets bemüht, das Bestmögliche für seine Heimatgemeinde zu tun. Auch als Vorstandmitglied, Vizepräsident, Präsident oder Verwaltungsrat verschiedener Vereine und Organisationen brachte er seine vielseitigen Kenntnisse und Erfahrungen ein. Anton Burri engagierte sich während vielen Jahren im Branchenverband viscom. So war er zwei Jahrzehnte Mitglied des Zentralvorsandes und Vizepräsident des Schweizer Verbandes. Anton Burri wurde am 30. April 2010 Ehrenmitglied des viscom ernannt.Seiner Leidenschaft fürs Singen kam Anton nicht nur im Privaten nach. Seit 1962 war er Mitglied des gemischten Chores in Alterswil.Im April 2019 erhielt Anton die Diagnose, dass er einen bösartigen Tumor im Auge habe, was eine rasche Operation erforderlich machte. Von diesem schweren Eingriff hat sich Anton gut erholt und die neue Situation mit bewundernswerter Zuversicht und Mut angenommen. Im November 2021 flammte die Krankheit erneut auf. Am 12. Juni 2022 ist Anton Burri im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen.

Gautschete – eine alte Tradition

«Packt an!» So tönte es am Dienstag, 28. Juni 2022, um 15 Uhr bei der Kalt Medien AG an der Grienbachstrasse 11 in Zug. Die «Packer» waren bereit, sodass es für den jungen Berufsmann Ronny Isabel keine Fluchtmöglichkeiten gab. Trotz heftiger Gegenwehr konnte er ins bereitstehende Auto gesetzt werden; dann ging die Fahrt los Richtung Ägerisee nach Morgarten.Seit vielen Jahren pflegt Kalt Medien AG diese schöne Tradition der Gautschete, bei der die jungen Berufsleute in den Kreis der Schwarzkünstler aufgenommen werden. Ronny Isabel aus Morgarten hat seine Lehre zum Polygrafen EFZ erfolgreich abgeschlossen. Am Ägerisee beim Bootssteg «Morgarten Hotel» erlebte er hautnah die traditionelle Zeremonie, geleitet von Gautschmeister Ueli Berger: Zuerst musste er auf einen nassen Schwamm sitzen «… bis triefen beide Ballen», dann folgte «… ein Sturzbad obendrauf», und als Höhepunkt wurde er im hohen Bogen in den Ägerisee geworfen.Dieser äusseren Abkühlung folgte gleich die innere Abkühlung: Traditionsgemäss wurde mit Bier angestossen – zuerst mit dem Gautschmeister, dann mit dem Prinzipalenpaar Gabi und Stefan Häusler sowie mit den Kolleginnen und Kollegen und allen Gästen. Im nahegelegenen Hotel Morgarten lud Prinzipal Stefan Häusler zu einem feinen Zobig und zum gemütlichen Zusammensein ein. Als «Gegenleistung» für seine Gautschete wird Ronny die gesamte Belegschaft zur Gautschfeier einladen, bei der ihm auch die begehrte Urkunde, der «Gautschbrief», überreicht wird.Der Gautschmeister Ueli Berger

ISI Print und sein Nachwuchs sind am Puls der Zeit

Um professionellen Nachwuchs braucht man bei ISI Print AG in Aarau nicht besorgt zu sein. Mit dem traditionellen Ritual des Gautschens wurden am Freitag gleich sechs Mitarbeitende standesgemäss in den Kreis der Schwarzkünstler aufgenommen. Damit wurden sie offiziell als Nachkommen Gutenbergs anerkannt und für ihre Leistungen im Rahmen ihrer Lehrzeit gewürdigt. Ganz nach dem Motto «Packt an Gesellen» wurden Ameya Schorro, Marina Mirkovic, Saskia Nyfeler, Blend Duraku, Edison Qoraj und Oscar Alvarez von ihren Berufskolleginnen und -kollegen überraschend und voll bekleidet in die Wanne befördert, um eventuelle schlechte Gewohnheiten aus der Lehrzeit abzuwaschen. Coronabedingt war die vergangene Zeit für die Lernenden, aber auch für den Lehrbetrieb nicht immer ganz einfach. Dank vorbildlichem Teamgeist, bemerkenswertem Einsatz und einigen «Feuerwehr-Übungen» konnten aber alle ihre Ausbildungen erfolgreich abschlies­sen. Symbolisch wurde demzufolge die grosse Gautschwanne für die Zeremonie mittels eines historischen Feuerwehr-Fahrzeugs gefüllt. Passend zu dem ohnehin feuchten Taufritual steuerte ein ausgedehnter Wolkenbruch auch noch von oben den krönenden nassen Abschluss hinzu. Nach diesem ausgiebigen Reinigungsakt und der Freisprechungszeremonie vor Zeugen und Gratulanten aus dem Kreis ihrer Familienangehörigen und dem Team der ISI Print AG wurde der Lehrabschluss gemeinsam bis in die Abendstunden mit «Gautschwasser» und einem Grillfest gebührend gefeiert.