Weltpremiere bei Abächerli Media

Seit Anfang Mai belichtet die Abächerli Media AG in Sarnen die Druckplatten auf einem Suprasetter 106 mit einer Arkana-Entwicklungssta­tion. Als weltweit erste Druckerei betreibt das Unternehmen die neue CtP-Anlage der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) über das Subscription-Plus-Modell. Es handelt sich um eine «All-Inclusive-Vereinbarung». Darin sind die Abschreibung der Belichtungs- und Entwicklungstechnik, die Druckplatten, die Entwicklerchemie sowie die Wartung des Systems und der Service enthalten. Die Lagerbewirtschaftung und Materialanlieferung übernimmt Heidelberg auf digitalem Weg über Vendor Management Inventory (VMI). Sämtliche Leistungen werden von der Abächerli Media gegenüber der Heidelberg Schweiz AG über einen monatlich zu entrichtenden Betrag abgegolten. Für die Finanzierung standen drei Varianten zur Wahl: eine Investition im klassischen Sinn, eine Finanzierung des Belichters mittels Leasing oder das Modell Subscription Plus. Letzteres bezeichnet der Geschäftsführer Roland Schnyder als jene Variante, die den Anforderungen von Abächerli Media am besten entspricht. «Alle Kosten, die mit der Plattenbelichtung anfallen, werden über die Druckplatten abgerechnet. So können wir noch exakter kalkulieren als bisher», sagt er. Subscription Plus ist Teil der Print Site Contracts von Heidelberg und bildet im Vertragsportfolio die höchste Stufe. Unterhalb Subscription Plus folgen die weiteren drei Stufen Subscription Smart, Lifecycle Plus und Lifecycle Smart. Auf der Grundlage dieser vier Stufen können Verträge mit einem massgeschneiderten Leistungsumfang ausgearbeitet werden. Mit dem Subscription-Plus-Vertrag für die CtP-Technik begeht Abächerli Media nicht die erste Weltpremiere. Die Aufmerksamkeit zog das Unternehmen Ende 2014 auf sich. Damals ging in Sarnen die weltweit erste Speedmaster XL 75 mit LED-UV-Härtungstechnik, ein Achtfarbenlangperfektor mit Lackierwerk, in Betrieb.

Feldner Druck AG investiert in Versafire EV von Heidelberg

Druckereien, die sich einmal für das Digitaldrucksystem Versafire von Heidelberg entschieden haben, bleiben dieser Technik treu. Zu den zufriedenen Anwendern gehört die Feldner Druck AG in Oetwil am See. Sie hat im Februar eine Maschine der früheren Baureihe Linoprint CV durch ein neues Modell Versafire EV ersetzt. Es handelt sich um ein Fünffarbensystem. Neben CMYK arbeitet die Feldner Druck AG mit Deckweiss und Lack. Als weitere Optionen stehen ihr zwei Neon-Farbtöne (Yellow und Pink) sowie ein Invisible Red (Druckbild ist nur unter Schwarzlicht sichtbar) offen. Die Feldner Druck AG steuert den digitalen Workflow über die Prinect-Technologie. Darin sind eine Speedmaster SM 52-4 und ein Suprasetter A 75 eingebunden. Die Versafire EV ist über das Prinect Digital Frontend in die Workflow-Umgebung integriert. Für den Geschäftsführer Pascal Golay ist das integrierte Produktionssystem von Heidelberg einer der wesentlichen Gründe, warum er sich für die Versafire EV entschieden hat. Unabhängig davon, ob Druckplatten für den Bogenoffsetdruck belichtet werden oder ein Auftrag im Digitaldruck produziert wird, herrschen in Bezug auf die Ausschiess-Templates (Signa Station), das Color Management und das Rendering immer die gleichen Bedingungen. Die Druckergebnisse, wie sie auf der Versafire EV erzielt werden, stimmen mit jenen im Offsetdruck überein. Auf dem Digitaldrucksystem wird die stabile Färbung durch ein automatisches Kalibrationssystem zusätzlich gestützt.Die Versafire EV der Feldner Druck AG ist durch eine Vorrichtung für Bannerformate mit bis zu 1260 Millimetern Länge (acht Seiten DIN A4 im Streifen) ausgestattet. 700 Millimeter lange Bogen (sechs Seiten DIN A4 im Streifen) bedruckt das System dank automatischer Wendung in einem Durchgang. Das Register wird über eine integrierte Steuerung präzise ausgerichtet. Wie gut die Registersteuerung arbeitet, zeige sich vor allem bei Motiven, die parallel zum Falz verlaufen, sagt Pascal Golay. Es waren nicht die technischen Vorzüge allein, warum die Versafire EV von der Feldner Druck AG favorisiert wurde. Eine entscheidende Rolle spielte auch die Zusammenarbeit mit der Heidelberg Schweiz AG. «Wir wurden immer hervorragend betreut», sagt Pascal Golay. Er schätzt es, wenn ein Lieferant auch dann nach dem Befinden seiner Kunden fragt, wenn nicht unmittelbar eine Investition bevorsteht.

Müller Fotosatz & Druck investiert als eine der ersten europäischen Druckereien in die A1-Plus-Innovation RMGT 970

Das traditionelle Familienunternehmen Müller Fotosatz & Druck GmbH in Selbitz im oberfränkischen Landkreis Hof hat als erste Druckerei im deutschsprachigen Raum in die neue RMGT 970 investiert. Das Unternehmen produziert bereits seit 1949 hochwertige Druckprodukte wie Bücher, Broschüren, Kataloge, Flyer, Mailings und vieles mehr im Offset- und Digitaldruck. Im Sommer 2020 hat RMGT (RYOBI MHI Graphic Technology) die neue RMGT 970-Serie auf den Markt gebracht. Die neue Maschinengeneration wurde auf der Basis der bekannten RMGT 920-Serie weiterentwickelt – von dieser wurden weltweit über 1300 Maschinen installiert. Weitere Innovationen für die RMGT 970-Familie wurden zudem von der RMGT 1050-Serie übernommen. Das neue A1-Plus Format – Bogenformat 650×965 mm – der RMGT 970 ermöglicht ein breites Spektrum an Druckprodukten, punktet mit einem niedrigen Energieverbrauch sowie durch die kompakte und platzsparende Bauweise. Auch das Abkanten der Druckplatten entfällt. Im Vergleich zu Druckmaschinen im B1-Format weist die RMGT 970 deutlich niedrigere Plattenkosten (–20%) auf. Die Offsetdruckmaschine ist zudem hochautomatisiert und entspricht mit der LED-UV-Trocknung den ökologischen Standards von Müller Fotosatz & Druck.

Flyerline Schweiz AG investiert als erste Schweizer Druckerei in die neue HP Indigo 100K

Die führende Schweizer Onlinedruckerei Flyerline Schweiz AG hat wieder einmal einen revolutionären Schritt in die Zukunft gemacht und investiert in die neue HP Indigo 100K. Wie im Jahr 2016 vertraut Steffen Tomasi, Gründer & CEO der Flyerline Schweiz AG, erneut auf die bewährte HP-Indigo-Technologie. Das Unternehmen setzt bereits seit der Gründung 2002 ihren strategischen Schwerpunkt auf die Digitaldruck-Technologie im Bereich Bogen-, Rollen- und LFP-Druck. Mit der HP-Indigo-Technologie kann Flyerline Schweiz AG den Bedürfnissen der Kunden und den Erwartungen am Markt gerecht werden. Die Investition in die HP Indigo 100K war deshalb die logische Konsequenz innerhalb der Unternehmensstrategie. «Produktivität, vereint mit erstklassiger Qualität im richtigen Format – die HP Indigo 100K hat uns auf ganzer Linie überzeugt», so Steffen Tomasi. «Mit einer Geschwindigkeit von 6000 Bogen pro Stunde können mit der HP Indigo 100K im B2-Format viele Druckprodukte digital und in hervorragender Offsetdruckqualität auf unterschiedlichen Substraten produziert werden. Damit decken wir das stetig wachsende Volumen im digitalen Bogendruck bestens ab.»

Ricoh Schweiz gut im Schuss

An seiner Jahrespressekonferenz konnte Ricoh Schweiz auch für das Pandemiejahr 2020/2021 gute Zahlen vorlegen. Teilweise hat das mit den Übernahmen, wie beispielsweise Lake, zu tun (Wachstum im Segment Communication Services 178%, und Wachstum im Segment Enterprise Content Management 111%), parallel dazu konnte man aber einen deutlich positiven Ebit erzielen. Mittlerweile gehört Ricoh Schweiz gemäss Umsatzzahlen konzernintern zu den Top 7 der Ländervertretungen. Auf Konzernebene ging der Umsatz um 16% zurück, auch der Gewinn war deutlich tiefer, aber man schrieb nach wie vor deutlich schwarze Zahlen. Office Services machen bereits 32% des Umsatzes aus. Im Rahmen der IT/Cloud-Gesamtstrategie arbeitet man bereits mit zwei nationalen Rechenzentren zusammen. Damit ist garantiert, dass Schweizer Kundendaten auch in der Schweiz bleiben. Im Service-Bereich bietet Ricoh Schweiz ein breit gefächertes Portfolio an: Enterprise Content Management, Cloud, Infrastructure & Security Services, Digital Workspace Service, Collaboration Services, Managed Print Services. Aus Sicht der grafischen Industrie ist das B2-Inkjet-Bogendrucksystem Ricoh Pro Z75 von Interesse, über das im Rahmen der Pressekonferenz kurz berichtet wurde.

Vorläufige Zahlen 2020/2021 von Heidelberg

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat nach vorläufigen Berechnungen (untestiert) für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020/21 (1. April 2020 bis 31. März 2021) bei Umsatz und operativer Rendite die eigene Prognose übertroffen. So lag dank eines starken Schlussquartals der Umsatz mit rund 1,913 Mrd. Euro leicht über der prognostizierten Bandbreite von 1,85 Mrd. Euro bis 1,90 Mrd. Euro. Aufgrund der anziehenden Nachfrage vor allem in China, Teilen Europas und im Schlussquartal auch in den USA stieg der Auftragseingang zum Geschäftsjahresende auf ein hohes Niveau von rund 2,0 Mrd. Euro. Allein im vierten Quartal verbesserten sich die Auftragseingänge von 462 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 579 Mio. Euro sehr deutlich. Der Auftragsbestand stieg damit auf einen Wert von 636 Mio. Euro und bildet eine gute Basis für das neue Geschäftsjahr. Aufgrund der realisierten positiven Effekte aus dem Transformationsprogramm sowie dem höheren Umsatzvolumen im Schlussquartal hat die operative Rendite die eigene Prognose übertroffen. So lag das EBITDA ohne Restrukturierungsergebnis im Geschäftsjahr 2020/21 mit 146 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr (102 Mio. Euro). Aufgrund des guten Schlussquartals wird der Verlust voraussichtlich etwas geringer ausfallen als ursprünglich erwartet. Vor allem durch den starken Abbau des Net-Working-Capital sowie Einkünften aus dem Asset Management im Berichtszeitraum werden der Free Cashflow für das Gesamtjahr deutlich positiv ausfallen und die Nettofinanzverschuldung auf niedrigem Niveau gehalten.

Kyburz, Canon Prostream 1800 and more

Zusammen mit den Partnern Canon (Schweiz) AG, i-Web aus Boston USA und Contiweb aus Boxmeer Niederlande entwickelt und baut die Druckerei Kyburz AG eine komplett neuartige Druckanlage, die als Weltneuheit betitelt werden darf. Mit einer Länge von rund 2 × 40 Metern und einer Produktion über zwei Etagen werden im Digitaldruck neue Dimensionen erreicht und Grenzen verschoben. Konzipiert und gebaut wird die Anlage, um im Hauptmarkt der Druckerei Kyburz AG, der Herstellung von Selfmailern, Mailings, Losen und Briefen, schneller und variabler zu werden. Wie bei allen Anlagen der Druckerei Kyburz AG steht die Philosophie im Vordergrund: «Wir produzieren Werbung, die sich abhebt!» Für die Druckerei Kyburz AG war immer klar, dass nicht in eine Anlage ab Stange investiert werden soll. Ziel war vielmehr die Entwicklung einer massgeschneiderten Anlage, um die aussergewöhnlichen Ideen der Kunden effizient umsetzen zu können. Mit der ProStream 1800 von Canon und der Webfinishing-Anlage von i-Web eröffnen sich der Druckerei Kyburz AG neue Möglichkeiten, um Mailings mit kreativen Elementen wie Pop-ups, Türchen, Klebern oder auffallenden Sonderformen umzusetzen. Neue Technologie einzusetzen und Produktionsmöglichkeiten weiterzuentwickeln, mit dem Ziel, kreative Werbung effizient umzusetzen, war immer ein Ansporn in der Druckerei Kyburz AG. Diese Tradition wird gemeinsam mit Canon, i-Web und Contiweb fortgeführt.

Kodak übernimmt die Vermögenswerte des CTP-Geschäfts von ECRM Incorporated

Eastman Kodak gibt die Übernahme der Vermögenswerte des CTP-Systemgeschäfts von ECRM Incorporated für die Akzidenz- und Zeitungsdruckbranche bekannt. ECRM mit Sitz im US-Bundesstaat Massachusetts ist ein renommiertes Fertigungsunternehmen und ein weltweit führender Anbieter von Imaging-Technologien für die grafische Industrie. Die Transaktion umfasst die Anlagen, Verträge, Lagerbestände sowie das geistige Eigentum des übernommenen Geschäftsbereichs. Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. «In dieser Akquisition kommen das Engagement von Kodak für die Druckindustrie und unser Fokus auf wachstumsorientierte Investitionen zum Ausdruck», sagte Jim Continenza, Executive Chairman und CEO von Kodak. «Die Übernahme dieser Assets eines beeindruckenden Unternehmens wie ECRM macht uns zu einem noch stärkeren Anbieter im CTP-Bereich, und wir werden auch weiter nach Möglichkeiten Ausschau halten, um Kunden über das gesamte Spektrum des traditionellen und digitalen Drucks hinweg noch besser zu bedienen.» «Infolge des schwierigen Pandemiejahres und anlässlich des 50-jährigen Bestehens von ECRM haben wir beschlossen, dass dies ein guter Zeitpunkt ist, um uns mit den vergangenen Erfolgen zufriedenzugeben und dennoch unsere zahlreichen langjährigen Kunden über ein etabliertes Unternehmen mit entsprechender Grösse, CTP-Kompetenz und Ressourcen zu schützen und weiter zu unterstützen. Wir freuen uns, unsere entsprechenden betrieblichen Vermögenswerte nun bei Kodak zu wissen», sagte Rick Black, Chairman und CEO von ECRM.

Koenig & Bauer mit Zahlen für das erste Quartal 2021 weiter auf Erholungskurs

Der Koenig & Bauer-Konzern («Koenig & Bauer») ist in das Geschäftsjahr 2021 mit einem gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,3 % gestiegenen Auftragseingang auf 286,0 Mio. Euro gut gestartet. Dazu hat insbesondere ein zweistelliger Anstieg der Bestellungen im Segment Sheetfed beigetragen, wovon rund 60% dem stark wachsenden und pandemieresistenteren Verpackungsdruckmarkt zuzuordnen sind. Damit konnte Koenig & Bauer seine Marktposition mit Bogenoffsetmaschinen im Verpackungsdruck weiter ausbauen. Dr. Andreas Plesske, Sprecher des Vorstands der Koenig & Bauer AG, erläutert: «Mit diesem positiven Auftragseingang sehen wir, dass sich die Investitionszurückhaltung unserer Kunden in vielen Bereichen aufzulösen beginnt, nichtsdestotrotz werden teilweise Neuinvestitionen angesichts der Unsicherheiten infolge der Covid-19-Pandemie von Kunden verschoben. Dies betrifft hauptsächlich den Bereich des digitalen Dekor- und Wellpappendrucks und des Blechdrucks, wobei wir hier weiterhin ein spürbares Interesse unserer Kunden sehen und beispielsweise der Wellpappendruck in Zeiten zunehmender E-Commerce-Transaktionen in den kommenden Jahren einen deutlichen Schub erfahren dürfte. Die von uns adressierten Endmärkte wie vor allem der strukturell wachsende Verpackungsdruck für beispielsweise Lebensmittel, Kosmetik- und Pharmaprodukte sind fundamental intakt. Im Banknotendruck deuten aktuelle Marktindikatoren wie die Projektpipeline und die Produktionszahlen auf ein weiterhin robustes Geschäftsfeld hin. Entsprechend sehen wir unser bewährtes breites Produktportfolio unverändert als zielführend an und sind davon überzeugt, dass wir unsere Marktposition nicht nur im Bereich Verpackungsdruck stärken und weiter ausbauen werden.» Der Konzernumsatz lag mit 243,5 Mio. Euro Covid-19-bedingt um 7,8% unter dem Vorjahreswert. Allerdings fiel der Umsatzrückgang damit weniger stark aus als der Rückgang bei Druckereimaschinen um 13,5% laut VDMA. Das Servicegeschäft hat im ersten Quartal 2021 unter Corona-Bedingungen rund 29% des Konzernumsatzes ausgemacht. Damit wurde, wenn auch auf Basis eines im Vergleich zum Vorjahr geringeren Neumaschinengeschäfts, die Konzern-Service-Zielgrösse von 30% nahezu erreicht. Trotz des niedrigeren Konzernumsatzes lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nach –17,0 Mio. Euro im Vorjahresquartal bei –8,9 Mio. Euro. Die Verbesserung um rund 8,1 Mio. Euro ist trotz des negativen Volumen- und Margeneffekts hauptsächlich auf das Effizienzprogramm P24x, reduzierte Funktionskosten sowie die Nutzung von Kurzarbeit zurückzuführen. Damit stieg die EBIT-Marge von –6,4% auf –3,7% im ersten Quartal 2021 an. Das Konzernergebnis erhöhte sich von –19,1 Mio. Euro im Vorjahr auf –11,7 Mio. Euro, was einem anteiligen Ergebnis je Aktie von –0,72 Euro (Vorjahr: –1,16 Euro) entspricht.

Druckerei Gasser AG treibt Integration voran

Die Druckerei Gasser AG in Erstfeld geht konsequent den Weg der Workflow-Integration und setzt auf ein Gesamtsystem von Heidelberg. Das Familienunternehmen hat kürzlich eine Digitaldruckmaschine Versafire EV mit dem Prinect Digital Frontend (DFE) installiert. Zugleich wurde die Workflow-Steuerung auf den Prinect Production Manager umgestellt. Die Investition ist ein logischer Schritt: Auch im Bogenoffset arbeitet die Druckerei Gasser AG mit Technik von Heidelberg. Die Druckplatten werden auf einem Suprasetter A 52 ausgegeben. Gedruckt wird auf einer Maschine der GTO-Baureihe sowie auf einer Speedmaster SM 52-4. Die Vierfarbenmaschine ist via den Prinect Pressroom Manager in die übergeordnete Prinect Workflow-Steuerung integriert.Titus Gasser und sein Bruder Thomas haben die Geschäftsführung der Druckerei Gasser AG im Jahr 2010 von ihren Eltern Annemarie und Ernst Gasser-Freitag übernommen. Fünf Jahre später investierten sie in ein erstes Digitaldrucksystem von Heidelberg, damals eine Linoprint CV, nachdem seit 1997 Maschinen anderer Hersteller im Einsatz gestanden hatten. Sie hätten sich aus guten Gründen für den Partner Heidelberg als Hauptlieferanten entschieden, sagt Titus Gasser. Ein massgebendes Argument seien die ausgewiesenen Kompetenzen rund um die drucktechnische Reproduktion und die Kalibration der Ausgabesysteme. Hinzu komme die im Bogenoffset und Digitaldruck eingesetzte einheitliche RIP-Technologie, die unabhängig vom gewählten Ausgabekanal mit dem identischen Farbmanagement und Renderer arbeite. Der RIP-Aspekt ist ein wichtiger Punkt: Denn neben der Funktion als Produktionsmaschine dient die neue Versafire EV als Ausgabegerät für farbverbindliche Proofs bei jenen Aufträgen, deren Auflagen später im Bogenoffset gedruckt werden. Die Farben der Versafire EV stimmten perfekt mit den Ergebnissen im Offsetdruck überein, bestätigt Titus Gasser. Wie schon die Linoprint CV bietet die neue Versafire EV neben den vier Skalafarben Platz für eine fünfte Farbe. Die Brüder Gasser haben den fünften Farbkanal von Beginn an aktiv genutzt. Sie veredeln Drucksachen mittels eines Transparenttoners, setzen ihn unter anderem als Fälschungsschutz auf Gutscheinen ein, oder sie arbeiten auf dunklen Bedruckstoffen mit Deckweiss. Das Deckweiss überzeuge durch seine extrem hohe Opazität, sagt Thomas Gasser. Diese Deckkraft würde im Bogenoffset nur mit zwei, wenn nicht drei Durchgängen erzielt, schätzt er.Als die Druckerei Gasser AG vor sechs Jahren in die Linoprint CV investierte, konnte sie als erste Druckerei im Kanton Uri ein Deckweiss und einen Transparenttoner auf Kleinstauflagen und personalisierten Produkten anbieten. Die Kunden nahmen das Angebot wohlwollend an. Mit der Versafire EV bietet das Unternehmen wiederum eine Neuerung: Das Drucksystem ermöglicht es, ein Bannerformat mit 700 Millimetern Länge innerhalb der Maschine zu wenden. Sechsseitige DIN-A4-Produkte können in einem Durchgang beidseitig bedruckt werden. Titus und Thomas Gasser sind gespannt, wie die neue Option vom Markt aufgenommen wird.