Koenig & Bauer veröffentlicht Geschäftsbericht 2019

Nachdem 2019 nicht alle im Wertpapier- und Metalldruck erwarteten Aufträge vergeben wurden, lagen Auftragseingang und -bestand mit 1141,3 Mio. Euro bzw. 533,7 Mio. Euro unter den durch den Ägypten-Grossauftrag begünstigten Vorjahreswerten (1222,0 Mio. Euro bzw. 610,9 Mio. Euro). Beim Konzernumsatz wurde mit 1218,5 Mio. Euro das Vorjahresniveau erreicht (2018: 1226,0 Mio. Euro). Das Ergebnis wurde von den hohen Aufwendungen für die Wachstumsoffensive 2023 belastet. Während fehlende Deckungsbeiträge infolge verzögerter bzw. verschobener Auftragsabschlüsse sowie höhere Kosten bei der Auftragsabwicklung das Ergebnis zusätzlich reduzierten, wirkten sich Einmalerträge positiv aus. Per Saldo wurde mit dem Konzern-EBIT von 56,0 Mio. Euro eine Marge auf 4,6% erreicht (2018: 87,4 Mio. Euro bzw. 7,1 %). Mit 38,4 Mio. Euro entspricht das Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2019 (Vorjahr: 64,0 Mio. Euro) einem anteiligen Ergebnis je Aktie von 2,31 Euro (2018: 3,86 Euro). In Anbetracht der deutlich gestiegenen Unsicherheiten durch die Corona-Krise schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vor, die Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 auszusetzen und den bei der Holdinggesellschaft Koenig & Bauer AG generierten Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Die grundsätzliche Dividendenpolitik, 15 bis 35 % des Konzern­ergebnisses auszuschütten, bleibt unberührt.

Neben deutlich mehr Serviceaufträgen führten höhere Maschinenbestellungen im Gross- und Mittelformat zu einem Zuwachs des Auftragseingangs bei Sheetfed um 8,9% auf 625,3 Mio.Euro (2018: 574,3 Mio. Euro). Der Umsatz legte gegenüber 2018 (615,9 Mio. Euro) um 2,6 % auf 631,8 Mio. Euro zu. Der mit 183,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (189,9 Mio. Euro) leicht niedrigere Auftragsbestand blieb auf einem guten Niveau. Durch den Produkt- und Regionalmix sowie höhere Auftragskosten lag das EBIT mit 19,4 Mio. Euro unter dem Vorjahr (35,4 Mio. Euro).

Bei Digital & Web lag der Auftragseingang mit 144,9 Mio. Euro um 18,0 % unter dem Vorjahreswert von 176,6 Mio. Euro. Neben dem rückläufigen Offset-Rollenmaschinen-Servicegeschäft waren geringere Bestellungen im flexiblen Verpackungsdruck für diesen Rückgang ausschlaggebend. Der Umsatz ist um 7,4% von 153,3 Mio. Euro auf 164,6 Mio. Euro gestiegen. Per Saldo reduzierte sich der Auftragsbestand zum Jahresende 2019 von 85,8 Mio. Euro auf 66,1 Mio. Euro. Das EBIT von –16,5 Mio. Euro (Vorjahr: –10,2 Mio. Euro) war durch hohe Markteintritts- und Wachstumsaufwendungen sowie durch das negative Ergebnis im flexiblen Verpackungsdruck belastet.

Bei Special lag der Auftragseingang mit 406,7 Mio. Euro unter dem durch einen Grossauftrag im Wertpapierdruck beeinflussten Vorjahreswert von 505,1 Mio. Euro. Nach 491,5 Mio. Euro im Vorjahr wurde ein Umsatz von 463,9 Mio. Euro erzielt. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende 2019 bei 287,3 Mio. Euro (31.12.2018: 344,5 Mio. Euro). Durch den niedrigeren Umsatz, Produktmix und die unerwarteten Projektaufwendungen beim Wertpapier-Grossauftrag lag das EBIT trotz Einmalerträgen bei 43,9 Mio. Euro nach 48,2 Mio. Euro im Vorjahr. CFO Mathias Dähn: «Bereits vor dem Ausbruch des Corona-Virus waren die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Angesichts der sich täglich verschlechternden weltwirtschaftlichen Lage durch das Corona-Virus sind die Auswirkungen auf unser Unternehmen und die Erreichung unserer Planung derzeit vollkommen offen. Für 2020 ist unsere Planung, einen gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabilen Konzernumsatz und das EBIT-Niveau des Vorjahres – ohne die rund 10 Mio. Euro Sonderaufwendungen für das Effizienzprogramm – zu erreichen. Allerhöchste Priorität hat derzeit der Umgang mit möglichen Konsequenzen der Corona-Krise.»