Foto

Nach der Absage durch das Bundeskartellamt gehen die Heidelberger Druckmaschinen AG und die MBO Maschinenbau Oppenweiler Binder GmbH & Co. KG wie bis anhin ihren eigenen Weg.

Kartellamt erteilt Heidelberg-MBO-Zusammenschluss Absage

Das deutsche Bundeskartellamt will die Übernahme der MBO durch Heidelberg nicht bewilligen. Das wurde am 7. Mai bekannt gegeben. Beide Unternehmen wollen ihr Geschäft wie bisher getrennt und unabhängig fortführen.

Der Zusammenchluss der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) und der MBO Maschinenbau Oppenweiler Binder GmbH & Co. KG (MBO) kommt nicht zustande. Wie die Unternehmen in zwei unabhängigen Presseerklärungen mitteilen, hat das Bundeskartellamt den Kauf von MBO durch Heidelberg abgelehnt.

Die Gesellschafter der MBO-Gruppe bedauerten den abschlägigen Bescheid. Heidelberg nehme die Entscheidung mit ebensolchem Bedauern zur Kenntnis, auch wenn die künftige Marktstellung eines kombinierten Unternehmens anders beurteilt werde, kommentiert Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg, die Entscheidung. Sowohl MBO wie Heidelberg seien weiterhin davon überzeugt, dass die Integration des Angebots von MBO den Kundennutzen hinsichtlich eines reibungslosen industriellen Prozesses in der digitalen Zukunft erhöht hätte. 

Heidelberg und MBO hatten im Oktober 2018 öffentlich darüber informiert, dass die MBO-Gruppe durch Heidelberg übernommen werden sollte. Der Vertrag wurde zur Freigabe beim Bundeskartellamt angemeldet und befand sich seither in der Prüfung.

Heidelberg will das Portfolio im Postpress-Segment in Richtung industrielle Produktion weiterentwickeln. Dazu gehören die Taschen- und Kombifalzmaschinen der TH-/KH-Serie mit der patentierten High-Performance-P-Klasse. Zudem soll in eine transpa­rente Produktionssteuerung der Weiterverarbeitung und in die Wachstumssegmente Digital und Ver­packung investiert werden (Weiterverarbeitung für Digitaldruck und Faltschachtelproduktion, Inserts und Outserts bzw. Beipackzettel für die Pharmaindustrie). In diesem Zusammenhang steht die Kooperation mit dem chinesischen Partner Masterwork Group.

Die MBO-Gruppe will sich mit den Marken MBO und Herzog+Heymann weiter auf Falzmaschinen für die industrielle Druckweiterverarbeitung sowie auf die Wachstumssegmente Pharma und Digital konzentrieren. Das Unternehmen habe im Prozess der Umstrukturierung «einen grossen Schritt nach vorne getan und rechtzeitig den Turnaround geschafft», sagt Thomas Heininger, der CEO von MBO. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2018 den Umsatz steigern können. Auch im laufenden Geschäftsjahr wird aufgrund eines erfreulichen Auftragseingangs ein «deutliches Wachstum» erwartet. Zudem will MBO die Marktbetreuung ausbauen und dazu die Zusammenarbeit mit den weltweiten Vertretungen intensivieren. (jm)