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Die Papierfabrik Scheufelen ist im Lenninger Tal, einem Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, zu Hause.

Papierfabrik Scheufelen vorerst gerettet

Ende Januar hat die Papierfabrik Scheufelen Insolvenz angemeldet. Jetzt will ein ­Investorenkonsortium den Fortbestand des Traditionsunternehmens sichern.

Bei der Papierfabrik Scheufelen (Lenningen, Deutschland) ist der Fortgang der Papierherstellung vorerst gesichert. Das geht aus einer Pressemeldung hervor, die am 29. Juni verschickt worden ist. Nachdem die vormalige Scheufelen GmbH & Co. KG Ende Januar Insolvenz angemeldet hatte, nahm am 2. Juli die neu gegründete Scheufelen GmbH mit 100 Beschäftigten den Betrieb wieder auf.

Hinter dem neuen Unternehmen steht ein Investorenkonsortium bestehend aus Green Growth Fund 2 (Wermuth Asset Management), Nordia Invest und Scheufelen Equity Partners. Die Geschäfte des Unternehmens führt Stefan Radlmayr.

Seit Juli 2016 war Stefan Radlmayr der Geschäftsführer der früheren Scheufelen GmbH & Co. KG. Unter seiner Leitung brachte die Papierfabrik Scheufelen im April 2017 ein neuartiges Graspapier auf den Markt, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien Stuttgart entwickelt worden war. Die Rohstoffe bestanden anfänglich jeweils zur Hälfte aus Zellstoff sowie aus Frischfasern, die aus sonnengetrocknetem Gras gewonnen wurden. Der Anteil Grasfrischfaser sollte später auf 70 Prozent erhöht werden. Das neu entwickelte Graspapier sei ein besonderer Ansporn gewesen, das 1855 gegründete Traditionsunternehmen zu erhalten, heisst es in der Pressemitteilung.

 

Die Papierfabrik Scheufelen wechselte in den letzten zehn Jahren mehrere Male ihren Besitzer. Steigende Zellstoffpreise und Energiekosten sowie ein rückläufiger Bedarf beim Papier machten dem Unternehmen zu schaffen. Im Jahr 2008 meldete Scheufelen erstmals Insolvenz an. Am 1. Januar 2009 übernahm der finnische Papierproduzent Powerflute die deutsche Papierfabrik. Zwei Jahre später, im Mai 2011, verkaufte Powerflute Scheufelen an den niederländisch-kanadischen Papierkonzern Paper Excellence B.V., der damals zur indonesischen Sinar Mas Group gehörte. Im Geschäftsjahr 2017 machte Scheufelen mit 340 Beschäftigten 83 Millionen Euro Umsatz und produzierte 104 000 Tonnen Papier. Im April 2018 erwarb ein Konsortium unter Führung der deutschen Schaeff-Gruppe die Papierfabrik Scheufelen. Am Konsortium waren auch die Radial Capital Partners aus München sowie Ulrich Scheufelen, der Urenkel des Firmengründers, beteiligt. (Quelle: wikiwand.com) (jm)